Integrierte Förderung (IF) - was ist das?

Reinhold Terres

Integrierte Förderung meint die Zusammenarbeit von Grund- und Sonderschullehrkräften in der Grundschule.
Es geht darum, die bisherige Trennung von "Regel"-  und Sonderpädagogik und die daraus folgende Aussonderung von Kindern mit Schwierigkeiten zu überwinden und gemeinsam nach neuen Formen der Förderung zu suchen.
Bevor die Schüler mit Lernschwierigkeiten zu Schulversagern werden, bietet die Sonderschule den Grundschulen Unterstützung an. Gefördert werden Kinder mit kognitiven, sprachlichen, sozial-emotionalen, motorischen und sensoriellen Problemen. Am häufigsten sind Lernprobleme in Deutsch und Mathematik betroffen.

IF umfasst die Förderdiagnostik, die gemeinsame Beratung mit Lehrkraft und Eltern sowie die Durchführung von Fördermaßnahmen.
In die Fördermaßnahmen werden die Eltern ebenfalls gerne einbezogen, wenn es um die Anleitung für spezielle Lernspiele oder Lernprogramme am PC geht. Wenn die Eltern bei der Förderung zuschauen und mitmachen, erfahren sie welchen Lernweg ihr Kind bis zum nächsten Ziel nimmt. So können sie zu Hause in der gleichen Art "trainieren".
Ziel der Fördermaßnahmen ist es, im präventiven Bereich Lernversagen zu reduzieren. Voraussetzung für die Lernangebote im Unterricht ist die gemeinsame Beobachtung des Kindes in seiner Gesamtpersönlichkeit und die Reflexion seiner Reaktionen auf die Lernangebote.
IF soll nicht ein Zusatz zum normalen Unterricht sein, wo die Förderung an Sonderpädagogen delegiert wird. In der kooperativen Arbeit beider Lehrkräfte liegt vielmehr die Chance voneinander zu lernen und die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Pädagoginnen und Pädagogen, die sich einem solchen fördernden Unterricht verpflichtet fühlen, werden im Austausch der jeweils unterschiedlichen Sichtweisen, Haltungen und Qualifikationen eher einen Kompetenztransfer erfahren.

Die St. Martinus-Schule ist Stammschule für Integrierte Förderung, gemeint sind Fördermaßnahmen durch Sonderschullehrkräfte  in Grund- und Hauptschulen in ihrem Einzugsbereich. Hierzu gehören derzeit in der Verbandsgemeinde Hermeskeil die Schulen in Beuren, Gusenburg, Hermeskeil, Reinsfeld und Züsch, in der VG Kell die Orte Greimerath, Hentern, Lampaden, Mandern, Waldweiler, Schillingen, Zerf und Kell, in der VG Ruwer die Orte Farschweiler, Osburg und  Schöndorf sowie in der VG Thalfang die Orte Heidenburg, Malborn und Thalfang. Die St. Martinus-Schule betreut diese Schulen mit ca. 40 Lehrerstunden pro Woche.