Einrichtung von Klassen mit dem
Förderschwerpunkt Sprache
Marliese Schreiner


Zum Schuljahresbeginn 2002/2003 wurde an der St. Martinus-Schule erstmals eine Klasse für sprachlich beeinträchtigte Kinder eingerichtet. Hierbei handelt es sich um ein erstes Schuljahr, in dem die Kinder nach dem Grundschullehrplan unterrichtet werden. Gleichzeitig wird die Sprache der Schülerinnen und Schüler umfassend gefördert. Im Schuljahr 2003/2004 kam eine zweite Klasse hinzu.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Spracherwerbsprozess hauptsächlich zwischen dem vierten und achten Lebensjahr beeinflussbar ist, muss auch die sprachsonderpädagogische Förderung so früh wie möglich einsetzen. Angestrebt wird, das Förderangebot auf die Sonderschulkindergartenklasse und das erste und zweite Schuljahr zu beschränken. Danach sollen die Schülerinnen und Schüler in die für sie zuständige Grundschule umgeschult werden, wo sie eventuell weiterhin im Rahmen der integrierten Förderung sonderpädagogisch betreut werden können.

Besondere Förderbereiche:

     Wahrnehmungsförderung
          a) im taktil-kinästhetischen Bereich
              Förderung des Tastsinns, der Eigenwahrnehmung, des Gleichgewichtssinns
          b) im visuellen Bereich
              Förderung der visuellen Aufmerksamkeit, der Figur-Grund-Wahrnehmung,
              der optischen Differenzierung, des visuellen Gedächtnisses,
              der Auge-Hand-Koordination,
              der Raumorientierung, der Form- und Farbwahrnehmung
          c) im auditiven Bereich
              Förderung der auditiven Aufmerksamkeit, des Richtungshörens,
              des auditiven Gedächtnisses,
              der Differenzierung von Geräuschen und Klängen,
              der phonematischen Differenzierung 

     Rhythmisch-musikalische Erziehung

     Hier sollen Grunderfahrungen in den Bereichen Musik, Sprache und Bewegung
     gewonnen werden. Dazu gehören:
          a) Raumerfahrung und kennen lernen der Materialien
          b) Musik hören: Töne differenziert wahrnehmen, Reagieren nach vereinbarten
              Regeln, verschiedene Musikarten kennen lernen
          c) Musik und Bewegung: Bewegungs- und Tanzlieder, freies Bewegen nach
              Musik, Erfinden von Musikzeichen, Darstellendes Spiel
          d) Eigenes Musizieren: Umsetzen von Liedern und Rhythmen, Experimentieren
              mit körpereigenen und anderen Instrumenten, Liedbegleitung mit Orff-
              Instrumenten, Klanggeschichten

     Bewegungserziehung / Sport 

     Hierzu gehören: Raumorientierung, Körpererfahrung, kennen lernen der Materialien
     und Geräte, Erlernen von motorischen Grundfertigkeiten, Sinnesschulung,
     Sozialerfahrung, Erlernen von Regeln, rhythmisches Bewegen, Spiele
     Sprachlich-Kommunikative Förderung
          Phonematische Differenzierung / Auditive Wahrnehmungsförderung
          (Unterscheidung von Geräuschen, Tönen, Stimmen u. ä.)
          Förderung der kinästhetischen Differenzierung und der Sprechmotorik;
          Übungen zum Zusammenwirken von Sprache und Bewegung
          (Bewegungslieder und -verse)
          Korrektur der Aussprachefehler
          Wortschatzerweiterung, Sprachverständnisübungen
          Förderung grammatikalischer Sprachstrukturen
          Förderung der Kommunikationsfreude und Interaktionen